Mittwoch, 30. März 2011

Chinesen hin oder her


Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Staatsverschuldung: Amerika, du hast es nicht besser!" vom 28.03.2011:

Früher oder später werden auch die USA – genauso wie alle anderen – nicht umhin kommen, das Geldsystem grundlegend zu reformieren. Damit die Zentralbank – nicht die FED, denn die nimmt zwar die Funktionen wahr, ist aber de facto ein Kartell der Privatbanken – den Wirtschaftsprozess nachhaltig stabilisieren kann, muss sie die Geldschöpfung besser kontrollieren können. Sie muss die Schlüsselposition bei der Gewährung der Kredite von den Geschäftsbanken zurück erhalten und vorausschauend agieren können.
Das weiß auch Herr Obama. Er kennt ja auch die Feststellungen des ehemaligen demokratischen Kongressabgeordneten Wright Patman: „Noch nie hat mir irgendjemand rechtfertigen können, weder durch den Einsatz von Logik noch Vernunft, dass die Regierung sich die Nutzungsrechte ihres eigenen Geldes ausborgen muss...Ich glaube, dass die Zeit kommen wird, wenn die Menschen verlangen werden, dass dies geändert wird. Ich bin überzeugt, dass...sie uns alle beschuldigen werden, die wir mit dem Kongress in Verbindung stehen, dass wir zaudernd herum saßen, während wir solch einem idiotischen System erlaubten, weiter zu bestehen.“
Herr Obama kennt aber auch das Schicksal seines großen Vorgängers und Vorbildes J.F. Kennedy, der versucht hat, das zu ändern und ermordet wurde, kurz bevor er das entsprechende Gesetz unterzeichnen konnte.
Das weiß auch der Bankenretter Herr Steinbrück. Nicht wahr, Herr Steinbrück?


Freitag, 25. März 2011

Mehr Mut zu grundsätzlichen Reformen bitte

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Bankenkrise: HRE rüstet sich für den Verkauf" vom 24.03.2011:
Ich wiederhole mich gerne: Das Bankensystem ist in seiner derzeitigen Form durch nichts und niemanden mehr zu regulieren. Den zuständigen Behörden ist weltweit die Kontrolle entglitten, und zwar hinsichtlich Größe, Konzentration und Risiko von Banken. Wesentliche Ursachen hierfür liegen in der unkontrollierten Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken auf verschiedene Arten und der dadurch begünstigten internationalen Vernetzung von Finanzinstituten. Die Lösung dürfte am ehesten in der radikalen Abschaffung des bestehenden fraktionalen Reserve-Systems liegen, da es nichts anderes als Alchemie darstellt, wenn angeblich risikolose Einlagen von risikobehafteten Anlagen gedeckt werden. Wir brauchen dringend ein neues Finanzsystem, welches die Zockerei von der wirtschaftlich notwendigen Kreditvergabe trennt und die Geldschöpfung hinsichtlich Menge und Verwendung für die Allgemeinheit kontrollierbar macht, anstatt die Bankbilanzen in gesamtwirtschaftlich riskanter Weise auf zu blähen. Die Vorschläge liegen schon lange auf dem Tisch. Es wäre zu wünschen, dass die Verantwortlichen in der Euro-Zone endlich den Mut zu derart grundsätzlichen Reformen erkennen ließen, anstatt ständig auf Kosten des Steuerzahlers am System herum zu doktern (siehe aktuell: "Rettungsschirm"). An dieser Stelle sei daran erinnert, für wen die Rettung der HRE besonders wichtig war: Hier die Liste der Geretteten http://bit.ly/9A6pj0


Sonntag, 13. März 2011

Irrtum vorbehalten

Die Wachstumsspirale der Wirtschaft gleicht mehr und mehr einem Schneeballsystem: Alte Schulden werden einfach mit neuen Schulden bezahlt. Der einzige Unterschied zu kriminellen Schneeballsystemen („Kettenbriefe“) besteht darin, dass hier reale Gewinne und Einkommenszuwächse erzielt werden. 
Warum?

Weil wir die Natur ungestraft ausrauben. Denn gemäß heutigem Eigentumsrecht können die natürlichen Ressourcen von den  Eigentümern unbegrenzt verbraucht werden, ohne dass der Eigentümer etwas dafür bezahlen muss. Schulden an die Natur müssen also nicht beglichen werden.
Oder etwa doch?

Gegenwärtig erleben wir bereits die Verknappung vieler natürlicher Ressourcen, was zu einem Anstieg der Rohstoffpreise führt. Inflation droht. Gleichzeitig erhöhen sich laufend die Kosten für den Umweltschutz, also die Reparationskosten für die Natur – soweit Reparaturen überhaupt noch möglich sind. 

Japan lässt grüßen.

Der Zustand der vom Tsunami betroffenen Atomkraftwerke liefert das aktuellste Beispiel dafür, mit welcher Ignoranz wir Menschen dabei sind, die Grundlagen unserer Existenz, nämlich gute Luft, sauberes Wasser, Artenvielfalt und ein verträgliches Klima, zu vernichten. 
Wo aber ist der Hebel?

Wir müssen so schnell wie möglich, in Theorie und Praxis, Abschied nehmen von der irrigen Vorstellung, der Mensch könne natürliche Ressourcen ebenso schöpfen wie Geld – aus dem Nichts. Beides führt zu einer verhängnisvollen Entwicklung, die es zu stoppen gilt. Und das kann nur mit einer Reform des Geldsystems beginnen, die ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum ermöglicht.
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