Samstag, 21. Mai 2011

pinkepinke: Der Euro braucht keine Rettungsaktionen

pinkepinke: Der Euro braucht keine Rettungsaktionen: "Die größte Gefahr für den Euro geht nicht vom griechischen oder dem portugiesischen Staat oder von den irischen Banken aus, sondern von jenen Politikern, die den Euro angeblich um jeden Preis retten wollen. "


Prof. Hankel mit einem Lenin-Zitat: "Wer die bürgerliche Gesellschaft zerstören will, der fängt am besten mit dem Geldwesen an."

Hankel weiter:
"...dass es zwei Wege gibt, die mit tödlicher Sicherheit zu dieser Zerstörung einer anständigen, bürgerlichen Gesellschaft führen:

  1. Der eine Weg ist, [...] man muss nur die Banken von allen Kontrollen befreien. Wer das Bankwesen und die Kreditproduktion und damit das Nachdrucken von Geld in das Belieben von Bankiers stellt - das ist geschehen unter dem Stichwort der Deregulierung. Man muss nur an einen Ort gehen, wo es weder Gesetz noch Aufsicht gibt wie die Bahamas oder die Cayman-Islands oder andere exotische Plätze und von dort Geschäfte betreiben. - [..] kann die fürchterlichste Inflation der Weltgeschichte hervorrufen zum eigenen Nutzen. [..] Wo die Finanzkrise, die weltweite, enden wird, das wissen wir alle noch nicht, und selbst wir, die sog. Experten, haben Mühe, das herauszufinden, weil wir einfach die meisten Fakten nicht kennen. Sie sind ja immer noch verborgen, werden nicht publiziert. Die Intransparenz dieser Dinge ist ein Verbrechen, aber ein staatlich geduldetes Verbrechen. Wir wissen es nicht."
  2. Aber der zweite Weg, an den Lenin nun am wenigsten gedacht hat, der führt noch sicherer zu dem Ergebnis: man muss nur eine Währungsunion machen. Denn eine Währungsunion ist ein hochtrabendes Wort für eigentlich etwas sehr Irdisches, nämlich ein Währungskonkubinat. 16 europäische Nationen, demnächst werden es 17 sein, und am Ende dieses fürchterlichen, unsinnigen Prozesses werden es 30 sein, teilen sich in eine Währung. Das ist der technische Prozess, ein Währungskonkubinat wird eine Währungsunion genannt und mit dem Etikett versehen "Dieses dient der europäischen Einswerdung, der europäischen Integration." Aber die schlichte Wahrheit ist, allein von den heute 16 Konkubinatsländern sind zwölf dicht vor dem Staatsbankrott, zwölf. Nur noch vier haben vielleicht in den nächsten Jahren eine Chance an diesem Staatsbankrott vorbeizuschrammen."

Mittwoch, 18. Mai 2011

Vom Kapitalismus zum Pekunismus

Muss schon ziemlich ernüchternd sein für so jemanden wie Herrn Obama, wenn er seine hehren politischen Ziele endgültig auf dem Scheiterhaufen der Pekunisten verbrennen sieht. Denn mussten die Kapitalisten noch produktiv sein, um ihr Kapital zu mehren, so hat sich diese neue Gattung skrupelloser Finanzmarktakteure dieser lästigen Pflicht weltweit entledigt. Pekunisten produzieren nichts – sie entwickeln Verfahren, um aus nichts Geld zu machen, virtuelles Geld. Und jeder andere, auch ein Staat, der etwas davon abhaben möchte, muss es sich gegen Zinsen bei ihnen ausleihen, wenn er reale Gegenstände dafür kaufen will. 

Und da holt auch Herrn Obama die Geschichte wieder ein. Denn der Grundstein zum Pekunismus wurde mit dem Federal-Reserve-System in den USA selbst gelegt. Heute ist der Staat mit seinen überkommenen Strukturen nicht mehr in der Lage, mit diesen neuen Herausforderungen fertig zu werden. Parteien und Parlamente sind derart von Volks- zu Interessenvertretungen degeneriert, dass sie sowohl fachlich als auch moralisch restlos überfordert sind. Sie müssten aufgrund von Einsichten handeln, die sie nicht haben und Maßnahmen gegen die beschließen, von denen sie abhängig sind: Die Pekunisten drohen, jeden Verstoß gegen ihre Vorgaben gnadenlos mit Kapitalabwanderung oder ausbleibenden Kapitalzuflüssen zu bestrafen: „Die Experten der Denkfabrik Third Way sagen für den Fall eines Zahlungsausfalls ... eine Kreditklemme voraus.“ Lösungen gäbe es schon.

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Staatsverschuldung: Obama warnt vor 'schlimmer Finanzkrise'" vom 17.05.11

Dienstag, 17. Mai 2011

pinkepinke: Chinesen hin oder her

pinkepinke: Chinesen hin oder her: "Früher oder später werden auch die USA – genauso wie alle anderen – nicht umhin kommen, das Geldsystem grundlegend zu reformieren. Damit die Zentralbank – nicht die FED, denn die nimmt zwar die Funktionen wahr, ist aber de facto ein Kartell der Privatbanken – den Wirtschaftsprozess nachhaltig stabilisieren kann, muss sie die Geldschöpfung besser kontrollieren können. Sie muss die Schlüsselposition bei der Gewährung der Kredite von den Geschäftsbanken zurück erhalten und vorausschauend agieren können."

Montag, 9. Mai 2011

Es gibt eine globale Finanzkrise

"Wir haben keine Euro-Krise, sondern eine Krise der Europäischen Union", sagt Altbundeskanzler Helmut Schmidt.

"Wer trägt die Hauptschuld an der großen Krise?

Die Finanzkrise hat Europas Schwächen zum Vorschein gebracht. Ihr gelten deshalb in diesem Zusammenhang vier wichtige Feststellungen:

1. Es gibt eine globale Finanzkrise. Die Regierungen der ganzen Welt müssen begreifen, dass Banken und Finanzinstitute den Zweck haben, der produzierenden Wirtschaft und der arbeitenden und sparenden Gesellschaft zu dienen. Keineswegs darf man zulassen, dass sie zum Selbstzweck entarten – und erst recht nicht zum ausschließlichen Zweck, ihre Manager zu bereichern. Keine Bank darf so groß sein, dass sie too big to fail wird. Banken sind für die Bürger da, nicht aber sind die Steuerzahler für die Banken da!

2. Die Hauptschuld an der Finanzkrise tragen die sowohl im Ausland als auch im Inland übermäßig verschuldeten USA und deren mangelhafte Aufsicht über ihre privaten Finanzinstitutionen. Ähnliches wie für Washington und für New York gilt für England und für die City of London.

3. Die Institutionen der EU sind keineswegs unschuldig. Sie haben geschlafen, als eine größere Zahl ihrer Finanzinstitute sich auf riskante Abenteuer eingelassen hat. Sie haben auch geschlafen, als sich einige ihrer Mitgliedsstaaten übermäßig verschuldet haben.

4. Die Mehrzahl der Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten ist noch nicht aufgewacht. Sie haben die langfristigen strategischen Notwendigkeiten nicht verstanden. Stattdessen geben sie der Versuchung zum national-egoistischen innenpolitischen Populismus nach. Dies gilt leider auch für die Bundesregierung."

Aus ZEIT online vom 07.05.2011: ... aber die Währung ist gut

Donnerstag, 5. Mai 2011

Lieber Herr Dr. Ackermann,

ich gehe stark davon aus, dass Sie auch heute noch ein gutes Verhältnis zu Ihrem Doktorvater, Herrn Prof. Binswanger pflegen. So wird er Ihnen sicherlich auch immer ein Freiexemplar seiner Bücher zukommen lassen. Schauen Sie doch gleich mal in dem Stapel Ihrer unerledigten Post nach und greifen Sie sich das Buch „Vorwärts zur Mässigung“ heraus. Sollten Ihnen bei der Lektüre keinerlei Gewissensbisse kommen, bitte ich Sie dringend, künftig auf weitere wissenschaftliche Lehrtätigkeiten zu verzichten. Die letzte Finanzkrise von 2008 hat der nächsten Generation nämlich bereits eine enorme Schuldenaltlast beschert. Wir müssen nicht versuchen, sie trotzdem noch durch verschrobene Lehrmeinungen vom Sinn und Zweck dieses äußerst fragwürdigen Bankensystems zu überzeugen.

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Finanzkrise: Deutsche Bank - von der Vergangenheit eingeholt" vom 04.05.11

Mittwoch, 4. Mai 2011

Vorspiel zur nächsten Krise

...und viertens

...führt das durch das beschleunigte Wachstum der Geldmengen auf der Welt provozierte Wirtschaftswachstum zu einer letztendlich selbst zerstörerischen Ausbeutung der knappen natürlichen Ressourcen und zur Belastung der Umwelt durch Abfälle und Emissionen. Will man diese Kollateralschäden vermeiden, muss man zu allererst die Möglichkeit der Geschäftsbanken einschränken unkontrolliert virtuelles Geld (Buchgeld) aus dem Nichts zu schaffen und den weitaus größten Teil davon in Spekulationen (auch auf Nahrungsmittel und Rohstoffe) zu stecken, anstatt in
„Direktinvestitionen, die eher langfristiger Natur sind und denen im Allgemeinen die größten Entwicklungseffekte zugeschrieben werden.“
Derartige Veränderungen sind meiner Meinung nach unumgänglich. Die Frage dabei ist nur, ob wir noch rechtzeitig den Weg finden, bevor die nächste Generation durch eine zukünftige und noch größere Finanzkrise Schaden nimmt. Die 2008er Krise hat der nächsten Generation bereits eine große Schuldenaltlast beschert. Wir müssen ihr nicht auch noch die Altlast eines fragilen Bankensystems und irreparable Schäden unserer Umwelt übergeben. 

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Schwellenländer - Vorspiel zur nächsten Krise" vom 03.05.11

Dienstag, 3. Mai 2011

Dollarschwäche hält an

Das Kapital

Geht der Dollar langsam an die Nerven?


Über die vergangenen Wochen hat die Dollarschwäche dem europäischen Aktienmarkt nichts anhaben können. Am Montag gab es erste Hinweise auf eine zunehmende Nervosität. Und wie ein Blick auf die Kaufkraftparitäten zeigt, wäre die bei Kursen von fast 1,50 Dollar je Euro durchaus angebracht.

Man soll es nicht für möglich halten. Im späten Montagshandel schien der Dollar die Anleger am europäischen Aktienmarkt tatsächlich etwas verängstigt zu haben. Nachdem die Gemeinschaftswährung einen neuerlichen kleinen Satz in Richtung 1,49 Dollar je Euro gemacht hatte, war die anfängliche Begeisterung der Anleger passé. Oder hatte es mehr damit zu tun, dass der Ölpreis nach der Bin-Laden-Meldung nur kurzzeitig nachgegeben hatte? Jedenfalls nehmen die Sorgen um den Dollar am Aktienmarkt wieder zu. Und das zu Recht.

Einen groben Anhaltspunkt für die Folgen der Dollar-Schwäche hinsichtlich der Wettbewerbsfähigkeit einzelner Länder geben die Kaufkraftparitäten, wie sie etwa von der OECD oder vom IWF geschätzt werden. Laut OECD-Daten (für 2010) wäre aus französischer Sicht beispielsweise ein Wechselkurs von 1,15 Dollar je Euro "angemessen", laut IWF (für 2011) sollte das Währungspaar bei 1,10 Dollar je Euro notieren. Noch "überbewerteter" sind etwa die Währungen Schwedens und vor allem der Schweiz und Norwegens. Umgekehrt sind asiatische Währungen wie der Renminbi oder der Won im Verhältnis zum Dollar erheblich unterbewertet geblieben, wenigstens im Vergleich zur Kaufkraftparität.

Das wäre zu verkraften, wenn Europa brummen würde. Aber davon kann ja keine Rede sein. Obwohl der "französische" Euro auf handelsgewichteter und realer Basis noch nicht gerade teuer ist, sind die nächsten Klagerufe wegen der Währungsentwicklung da wohl nur eine Frage der Zeit. Das sollte den Dollar-Bären ebenso zu denken geben wie der Umstand, dass sich immer mehr Analysten auf die Seite des Euro zu schlagen scheinen. Fundamental betrachtet bleibt es allerdings in der Tat schwer, den Reiz des Dollar zu erkennen.

Ein Land mit negativer nationaler Nettoersparnis, in dem sich die enorme Nachfragelücke trotz eines zweistelligen Defizits und einer Geld druckenden Zentralbank noch ausweitet, in dem inflationsgekoppelte fünfjährige Staatsanleihen mit minus 0,55 Prozent rentieren und dessen Aktienmarkt eine Dividendenrendite von 1,8 Prozent aufweist, kann eben kaum eine attraktive Währung aufbieten. Nicht mal im Verhältnis zum Euro. Und das soll schon etwas heißen.

Aus der FTD vom 03.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland

Sonntag, 1. Mai 2011

Griechen-Umschuldung

Chef von Euro-Rettungsfonds unterstellt Banken Gier

Reden die Banken eine Umschuldung Griechenlands herbei, um satte Provisionen zu kassieren? Dies glaubt der Chef des Euro-Rettungsfonds Klaus Regling - und spricht von einem "vielversprechenden" Geschäft für die Institute.
Düsseldorf - Der Chef des Euro-Rettungsfonds EFSF, Klaus Regling, hat im Zusammenhang mit der griechischen Schuldenkrise schwere Vorwürfe gegen die Banken erhoben. Die Geldbranche heize die Debatte über eine Umschuldung Griechenlands gezielt an, weil sie auf hohe Gewinne spekuliere, sagte Regling dem "Handelsblatt". "In den achtziger und neunziger Jahren haben die Banken für die Restrukturierung von Staatsschulden in Lateinamerika und Asien sehr hohe Honorare kassiert. Das würden sie in Europa gerne wiederholen."
Zwar würde eine Teilentschuldung des Landes einige Banken dazu zwingen, griechische Staatspapiere in ihrer Bilanz teilweise abzuschreiben, räumte Regling ein. Die dabei entstehenden Verluste würden sich aber "in Grenzen halten". Dagegen wären die mit einer Restrukturierung verbundenen Provisionen vielversprechend.
Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, glaubt ebenfalls, dass die Banken den Schuldenschnitt Griechenlands bewusst herbeireden wollen. Nach "Handelsblatt"-Informationen hat Trichet die Finanzminister der Euro-Zone explizit davor gewarnt, sich im Hinblick auf Griechenland von den Instituten beeinflussen zu lassen.
Die griechische Staatsverschuldung hat mittlerweile ein Niveau von rund 140 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Das ist der mit Abstand höchste Wert in der Euro-Zone. Die Renditen für Staatspapiere des Landes stiegen im Verlauf der vergangenenWochen dramatisch an. Außerdem musste die Regierung eingestehen, dass das Haushaltsdefizit 2010 höher war als zunächst angenommen.
Trotzdem beteuern die EZB und die EU-Kommission immer wieder, dass Griechenland aus seiner Misere ohne Umschuldung herauskommen könne. Im Falle einer Umschuldung würden die Kreditgeber des Landes auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten.
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 Quelle: SPIEGEL-Online vom 01.05.2011
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