Freitag, 12. August 2011

Willkommen in der Alternativlosigkeit


Wenn es nur den Kapitalismus der sechziger und siebziger Jahre gäbe, dann ginge es vielleicht ja noch – zumindest wenn man so ignorant wäre, den größeren Teil der Menschheit einfach zu vergessen.

Inzwischen haben wir es aber mit einer bedeutend gefährlicheren Weiterentwicklung dieser Gesellschaftsform zu tun, dem Pekunismus. Musste der Kapitalist noch unter Einsatz von Geld, Liegenschaften und Produktionsmitteln wirken, um sein Vermögen zu mehren, so hat sich der Pekunist der lästigen Pflicht zur Produktion realer Güter entledigt. Um sein Geld zu vermehren, verwendet er nur sein Geld. Der Pekunist produziert nichts. Er entwickelt Verfahren, um aus nichts Geld zu machen.

Es ist spannend zu beobachten, wie weit diese neue Gesellschaftsform schon unser Denken und Handeln bestimmt. Alternativlosigkeit scheint die Maxime. 

Mein Kommentar in "ZEIT online" zum Artikel "Börsenturbulenzen: Nervöse Politiker, nervöse Börse" vom 06.08.2011

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