Dienstag, 30. April 2013

Deutschland spart zu viel



In einem Beitrag für Flassbeck Economicsspricht sich Willi Koll* für ein kurzfristiges und massives Umdenken in der Politik aus:

„Stär­kere Import­nach­frage aus den bis­he­ri­gen Über­schuss­län­dern und eine ins­be­son­dere durch mehr Inves­ti­tio­nen bewirkte Pro­duk­ti­vi­tät und ver­bes­serte Wett­be­werbs­fä­hig­keit in den Defi­zit­län­dern — das ist der Königs­weg zur Lösung der Pro­bleme der Euro­zone, weil der Aus­gleich nicht durch Rezes­sion, son­dern durch Expan­sion zustande kommt…

Wann end­lich ler­nen die Poli­ti­ker, wenn schon nicht vor­aus­schau­end, dann wenigs­tens aus den kata­stro­phal patho­lo­gi­schen Ergeb­nis­sen ihrer bis­he­ri­gen Poli­tik, was die fal­schen und was die rich­ti­gen Prä­mis­sen für eine erfolg­rei­che Lösung der Krise in der Euro­zone sind?“


 

* Dr. Willi Koll stu­dierte Volks­wirt­schaft an der Uni­ver­si­tät Bonn. Er arbei­tete von 1977 bis 2011, zuletzt als Minis­te­ri­al­di­ri­gent, im Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft und Tech­no­lo­gie sowie im Bun­des­mi­nis­te­rium der Finan­zen. Er war lang­jäh­ri­ges Mit­glied im Wirt­schafts­po­li­ti­schen Aus­schuss der EU und der OECD sowie im Makro­öko­no­mi­schen Dia­log der EU.



Mittwoch, 10. April 2013

Deutschland - das Bangladesch Europas


Was heißt hier drohende Altersarmut? Wir sind bereits die ärmsten Europäer! Weit hinter Zyprern und Griechen, Spaniern und Italienern – abgehängt, aber nicht zu schade zum Zahlen. Das dürfen wir für die anderen, wir armen Schweine. Gerade mal 51.000 Euro besitzen wir jetzt noch an Vermögen pro Haushalt.

1. Luxemburg (398.000 €)
2. Zypern (267.000 €)
...
5. Spanien (183.000 €)
6. Italien (174.000 €)
...
9. Griechenland (102.000 €)
...
15. Deutschland (51.000 €)
 
Wer rief da eben was von „nicht vergleichbaren Daten“? Was soll schon anderes bei diesem Vermögensvergleich der EZB heraus kommen, wenn man statt Haushalte Köpfe als Berechnungsbasis nimmt? Was änderte es schon, wenn man in jedem Fall statt uralter Daten von vor der Finanzkrise aktuelle Zahlen genommen hätte? Warum sollten denn staatliche Versorgungssysteme in den Berechnungen berücksichtigt werden?

Und warum sollten die 62.000 befragten Haushalte, also Sie und ich, Frau Kladden und die Albrechts, warum sollten die etwa nicht ganz bereitwillig über ihre Vermögensverhältnisse Auskunft gegeben haben?

Nein, Fakt ist, und so klingt es in allen Berichten der angepassten Medien durch, wir armen Deutschen müssen unsere reichen europäischen Nachbarn retten. Wenn das nicht brisant ist …

Was? Sie haben noch nicht einmal 51.000 Euro? Dann räumen Sie mal ein wenig auf bei sich zu Hause. Und dann leisten Sie sich mal was, das macht glücklich und lässt Sie den Frust und den Zorn vergessen. Besser gleich mehrere teure Urlaube, als nur einen Porsche. Und nehmen Sie Ihre Verwandten mit – das macht noch glücklicher!

Nachsatz:
Wie man sich in unserer Zeit sonst noch seine eigene Wirklichkeit mit Zahlen zurechtbiegen kann, wenn sie mit der Realität partout nicht übereinstimmen will, lesen Sie hier: LÜGEN MIT ZAHLEN.


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